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Bilanz ziehen – Was bleibt unterm Strich

31 Mai 2011 18:55 von StoneHead

Bilanz ziehen – Was bleibt unterm StrichIn diesem ersten Kapitel geht es nun darum, Bilanz zu ziehen. Im Groben wissen wir natürlich, was wir verdienen und wie hoch unsere monatlichen Ausgaben ungefähr sind. Wenn ihr eure Zahlen genau im Kopf habt, dann scheint das Grundproblem an einer anderen Stelle zu liegen, dass ihr aus den roten Zahlen nicht heraus kommt, hierzu später mehr. Verschafft euch einen Überblick über eure Einnahmen und stellt eure Ausgaben dagegen.  Je genauer ihr eure Bilanz erstellt, desto besser kristallisieren sich die Kostenverursacher heraus und können in Angriff genommen werden.

Welche Mittel zur Bilanzierung eignen sich für mich

Wege, so heißt es sprichwörtlich, führen viele nach Rom, ähnlich gestaltet sich auch die Auswahl an Möglichkeiten für eine persönliche Haushaltsanalyse.

Für Konventionelle - Das Haushaltsbuch

Dieses dürfte bestimmt schon bei den Großeltern oder Eltern aufgefallen sein. Das kleine Büchlein welches ein kleines Kreuz mit plus und minus für jeden Monat beinhaltete. Beim Öffnen sind meist die Kaufbelege entgegen geflogen, welche natürlich „ganz wichtig“ sind.

Wir reden hier jedoch nicht von solch einem klischeebehafteten Gegenstand sondern von einem Notizbuch, mit klaren Spalten und Zeilen, welche uns die verschiedenen Arten der Einnahmen und Ausgaben aufzeigen sollen. Vorteil ist, dass sehr schnell, vorzugsweise nach Einkäufen und  außerplanmäßigen Ausgaben diese sofort eingetragen werden können. Nachteil ist, dass sich Flüchtigkeitsfehler einschleichen können und die komplette Aufstellung in ihrer Beschaffenheit sehr unflexibel ist.

Für Innovative – Eine Excel Aufstellung

Excel ist eines der bekanntesten Office Programme, welches sich auf so gut wie jedem Privatcomputer wiederfinden lässt. Optional ist auch die kostenlose Version von Open Office eine brauchbare wenn auch nicht so komfortable Alternative. Um eine klar strukturierte Aufstellung zu erstellen bedarf es hier ein wenig an Grundkenntnissen um schnell an ein valides Ergebnis zu kommen. Die Vorteile liegen auf der Hand, wir können Fehlerquellen, was die Berechnung betrifft, ausschließen, die ganze Berechnung bleibt flexibel und durch einfaches Einfügen neuer Spalten und Zeilen kann man auch eine kleine Planung in die Zukunft wagen. Jedoch nicht vergessen, für uns zählt zuerst nur der IST-Zustand.  Als Nachteil ist zu sehen, dass wir nicht nach jeder Ausgabe unseren Computer einschalten, nur um kurz eine paar Zeilen und Zahlen zu ergänzen. Lassen wir jedoch zu viel Zeit ins Land ziehen wird die Genauigkeit und die Disziplin darunter leiden.

Für Entdecker – Eine professionelle Software

Softwareanbieter gibt es zu diesem Thema viele, ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es Hilfreich ist, sich Kundenrezessionen und Erfahrungsberichten selbst durchzulesen um sich selbst ein Bild über das Produkt seiner Wahl zu machen.  Vorteile zu den zuvor genannten Varianten gibt es unzählige. Ich habe eigene positive Erfahrungen beispielsweise mit der Software von WISO Mein Geld 2011 Professional (Jahresversion)Weiter zu Amazon.degemacht.
Gegen eine jährliche Gebühr in den Folgejahren von etwa € 30,00 kann man sich permanent den aktuellen Kontostand samt den vorangegangenen Buchungen in das Programm laden. Soweit noch kein großer Vorteil, da ich meine Kontoumsätze natürlich auch per Onlinebanking abrufen kann. Buhl bietet jedoch die Möglichkeit, Buchungen zu kennzeichnen, zu deklarieren und zu gruppieren.
Es gibt viele Möglichkeiten um sich Ausgaben nach Kategorie, Empfänger etc. anzeigen zu lassen. Des weiteren gibt es eine Finanzprognose und eine Budgetverwaltung. Hier bleibt dem Analysten unter uns kein Wunsch vorenthalten. Alle Auswertungen kann ich dann mit der Exportfunktion in Excel übertragen. Vorteil ist hier, dass ich meinen Kassensturz auch nur einmal in der Woche ausführen müsste, da mir die Kontoumsätze eben automatisch übertragen werden. Somit erspare ich mir die On Demand Pflege meiner Daten, Fehlerquellen schließe ich ebenfalls aus. Als Nachteil ist zu erwähnen, dass der Umgang oft eine kleine Einarbeitung verlangt. Ausgaben, welche in bar getätigt werden, können nur über eine sogenannte Splittbuchung manuell vorgenommen werden.

Letzten Endes entscheidet jeder für sich, welche Art der Dokumentation er bevorzugt, wichtig ist, dass wir jetzt einen Hang zum Detail entwickeln müssen um auch die kleinsten Kostenfresser zu analysieren.

Welche Ausgaben und Einnahmen habe ich

Grundsätzlich unterscheiden wir bei den Einnahmen zwischen den

- Regelmäßigen Einnahmen z. B. Arbeitslohn, Unterhaltszahlungen, Förderungen etc.
- Unregelmäßigen Einnahmen z. B. betrieblicher Bonus, Urlaubsgeld, Zuwendungen von Verwandten etc.

Bei den Ausgaben unterscheiden wir zwischen den

- Fixen Ausgaben z. B. Mietzahlungen, Wohnnebenkosten, Versicherungen etc.
- Variablen Ausgaben z. B. Benzinkosten, Nahrungsmittel, übliche Freizeitausgaben etc.

Wir werden uns beide Bereiche genau ansehen, die fixen Kosten werden gewöhnlich den Löwenanteil eurer Ausgaben ausmachen, wenn nicht, umso besser!

Wichtig ist es, dass wir uns ein Ziel setzen, wo wir am Ende des Monats stehen sollen um uns aus der momentanen Situation zu befreien und wir uns wieder wohl fühlen können.

Folgt mir im dritten Teil "Der persönliche Sparplan – Wunsch oder Verpflichtung“, hier und in den Folgeartikeln werden wir beginnen Licht in das Dunkle zu bringen.

Bildquelle: Thorben Wengert / pixelio.de
www.pixelio.de

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